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Verstetigt: Tabea Flügge führt W2-Professur an der Charité – Universitätsmedizin Berlin unbefristet weiter

© ECDF/PR/berlin-eventfotograf.de

ECDF-Professorin Dr. Tabea Flügge leitet seit dem 1. Mai 2020 den Bereich „Digitale Technologien für die Rehabilitation von Patienten mit komplexen Gesichtsdefekten“, mit ihrer Verstetigung zum 1. Januar 2026 ist sie jetzt auch dauerhaft an der Charité sowie am Einstein Center Digital Future verankert. Die Verstetigung würdigt ihre herausragende klinisch-wissenschaftliche Arbeit an der Schnittstelle von digitaler Bildgebung, computergestützter Behandlungsplanung und rekonstruktiver Chirurgie.

„Die Verstetigung meiner Professur ist für mich eine große Ehre und zugleich eine Bestätigung dafür, dass die Verbindung von klinischer Praxis, digitaler Technologie und interdisziplinärer Forschung der richtige Weg ist“, sagt Tabea Flügge. „Digitale Verfahren ermöglichen es, komplexe rekonstruktive Eingriffe präziser, schonender und besser planbar zu gestalten – und damit die Lebensqualität unserer Patient*innen nachhaltig zu verbessern.“

Forschungsschwerpunkt: Digitale Bildgebung und Behandlungsplanung

Tabea Flügge studierte Zahnmedizin an der Charité und absolvierte ihre Weiterbildung zur Fachzahnärztin für Oralchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg. Ihr klinischer und wissenschaftlicher Fokus liegt auf der interdisziplinären Rekonstruktion komplexer Gesichtsdefekte infolge von Traumata oder bösartigen Erkrankungen, mit dem Ziel, grundlegende Funktionen wie Sprechen und Essen wiederherzustellen. Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Forschung ist die medizinische Bildgebung, die sie im Rahmen ihrer Habilitation an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg vertieft untersuchte. Die dreidimensionale Darstellung anatomischer Strukturen mittels optischer, röntgenbasierter und zunehmend magnetresonanztomographischer Verfahren bildet die Grundlage für digitale Rekonstruktions- und Planungsprozesse in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. In ihrer Arbeit konnte sie zeigen, welche Bildgebungsverfahren sich für die komplexen Anforderungen der Mundhöhle eignen und wo aktuelle Limitationen digitaler Technologien liegen. Perspektivisch verfolgt Tabea Flügge die Automatisierung einzelner Schritte der Behandlungsplanung, um Behandelnde mithilfe algorithmischer Assistenzsysteme bei komplexen Therapien zu unterstützen.

Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ist Tabea Flügge aktiv in die strategische Weiterentwicklung des ECDF eingebunden. Seit 2024 ist sie Teil der Sprecher*innen-Doppelspitze des Zentrums. „Viele Fragestellungen lassen sich nur mit disziplinübergreifenden Konzepten lösen – genau für diesen Austausch ist das ECDF der richtige Ort.“

Die Verstetigung der Professur ist Teil der langfristigen Strategie von Einstein Stiftung Berlin und Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege zur nachhaltigen Etablierung der Erfolge des ECDF am Wissenschaftsstandort Berlin. Insgesamt wurden zehn dauerhafte ECDF-Professuren in Aussicht gestellt; der Auswahlprozess erfolgte in den Jahren 2020 und 2021. In den Jahren 2023, 2024 und 2025 konnten bereits mehrere Professor*innen ihre verstetigten Professuren antreten, weitere sollen folgen.